www.Schwerteln.de : Glossar.Brentschirn Letzte Änderung: January 03, 2008, at 12:37 PM

Brentschirn
Letzte Änderung: January 03, 2008, at 12:37 PM von Elmar

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Die Schwertler meinen:

Weitgehend ungeklärter Begriff, der ausschließlich bei Talhoffer belegt ist:

Manuskript von 1459 - Blatt 88r

Manuskript von 1467 - Tafel 39

Beide Stellen zeigen ein Anbinden im Halbschwert mit charakteristischer Handhaltung am Kreuzungspunkt.

Der Begriff könnte Brandschere bedeuten, wahrscheinlicher aber "den Brand schüren". Trifft letzteres zu, so ist möglicherweise ein Aneinandergleiten der Klingen unter Druck gemeint, bei dem die Funken sprühen. Dagegen spricht allerdings die Handposition des linken Kontrahenten.

Mögliche Gründe für diese Handposition könnten sein:

  1. Der Hebel wird erhöht, ohne sich jedoch nach innen zu öffnen (wie es beim noch höheren Greifen der Fall wäre).
  2. Ein Abziehen des Gegners wird verhindert oder zumindest verzögert.

Die Schwertler verwenden den Begriff seiner unklaren Bedeutung wegen nicht aktiv.

Marcel Dorfer meint:

brentschirn, brentschüren: Im krieg, wenn die gebundenen Schwertklingen aneinander reiben – üblicherweise in der Stellung halb schwert. Aus dieser Stellung heraus versucht man, sich des gegnerischen Schwertes zu bemächtigen.

André Schulze meint:

Brentschirn, Brentschüren, Brentschiren, Brentschürn: Die Klingen werden beim Brentschirn gekreuzt. Durch das fassen des linken Armes der Fechter zur Mitte des Schwertkreuzes und der Position der Schwertschwächen ergibt sich das Bild der Brandschere (Coiffeurhandwerkszeug):

Das gegnerische Schwert soll kontrolliert werden und es wird versucht in eine bessere Position zu gelangen (Tafeln 39. 41. 54. 60).

Quellenverweise:

  • ausschließlich Talhoffer (s.o.), z.B. t39

Referenzierende Artikel:

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Juli 2010: DVD Langes Schwert Teil 2 von Alex Kiermayer und Hans Heim

Juli 2010: Der Königsegger Codex herausgegeben von André Schulze

Januar 2009: Dierk Hagedorns Transkription und Übersetzung des Peter von Danzig

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