www.Schwerteln.de : Glossar.Eisenport Letzte Änderung: November 08, 2008, at 10:58 AM

Eisenport
Letzte Änderung: November 08, 2008, at 10:58 AM von Elmar

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Die Schwertler meinen:

Ambivalent belegte untere Hut, die teilweise mit der Schrankhut, teilweise mit dem Alber identifiziert wird.

Bei GNM3227a: 32r, 48v wird bei der Erklärung der Schrankhut (mit dem Ort auf der Seite) bereits der Begriff Pforte davon abgesetzt, bei welcher der Ort vorne ist. Die erstgenannte Passage kann auch genau umgekehrt ausgelegt werden, die letztgenannte allerdings nicht. Es ist nicht sicher, ob die Pforte mit geschränkten Händen gemeint ist.

In den Glossen Ringecks und Danzigs kommt die Eisenport interessanterweise nicht vor.

Bei Talhoffer1467: t16 wird die Ysny Portt genau wie der Alber dargestellt.

Auch die Fechtlehre des Magister Andreas identifiziert die yßen pfortt huot mit dem Alber.

Joachim Meyer belegt den Begriff explizit doppelt: Er stellt auf 08v die Eisenport (wie auch in seinem Rapierfechten) als eine Art mittleren Pflug dar, verweist aber auf eine zweite mögliche Bedeutung. Auf 40r schreibt er dann, die Eisenport entspräche genau der Schrankhut. (Wobei in Meyers Version der Schrankhut der Ort nach vorne zeigt.)

Bei Fiore dei Liberi taucht der Begriff ebenfalls auf, und zwar in den zwei Ausprägungen "tutta porta di ferro" und "porta di ferro mezana". Eine Betrachtung der Bilder legt nahe, dass das erste eine Art Nebenhut und das zweite eine Art Alber ist.

Mit diesen beiden Positionen drängt sich einem die Idee auf, dass der Name Eisenport daher kommt, dass eine "Tür" (nämlich das Schwert) öffnen und schließen bzw. sich der Ort in dem ganzen Bereich bewegen kann. In den im GNM3227a glossierten Versen Liechtenauers wird die Eisenport hingegen für den Kampf gegen mehrere schlecht ausgebildete Gegner empfohlen, so dass das Bild einer "Tür" auch daher rühren kann, dass man keinen der Gegner in den eigenen Rücken gelangen lassen will.

Marcel Dorfer meint:

eisenpfort, eisenport: Bei den italienischen Fechtmeistern (Fiore dei Liberi, Filippo Vadi u. a.) gibt es mehrere Varianten der eisenpfort (porta di ferro). Manche ähneln der hut alber, andere der schrankhut oder wechselhut.

André Schulze meint:

Iszny Port, Yszni Port: Eisenpforte. Bei den italienischen Fechtmeistern (Fiore dei Liberi, Filippo Vadi u. a.) gibt es mehrere Varianten der Eisenpforte (porta di ferro). Manche ähneln der Hut Alber, bei der der Ort nach vorne unten zeigt, andere der Schrankhut oder Wechselhut.

Quellenverweise:


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Januar 2012: Joachim Meyers Kunst Des Fechtens von Alex Kiermayer

Juli 2010: DVD Langes Schwert Teil 2 von Alex Kiermayer und Hans Heim

Juli 2010: Der Königsegger Codex herausgegeben von André Schulze

Januar 2009: Dierk Hagedorns Transkription und Übersetzung des Peter von Danzig

Mai 2008: Wolfgang Abarts Lebendige Schwertkunst