www.Schwerteln.de : Glossar.Halbschwert Letzte Änderung: January 03, 2008, at 04:03 PM

Halbschwert
Letzte Änderung: January 03, 2008, at 04:03 PM von Elmar

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  • Einordnung: Konzept
  • Begriffsherkunft: historisch
  • Waffe: langes Schwert
  • Synonyme: kurzes Schwert (sic!), gewappnet(?), mezza spada, halfsword
Die Schwertler meinen:

Besondere Art der Schwertführung im langen Schwert, bei der die linke Hand das Schwert in der Mitte der Klinge greift. Aus dieser Position heraus erfolgen eine Vielzahl von Hebeltechniken, aber auch Stiche.

Bedeutung und Anwendung des halben Schwertes sind nicht restlos geklärt. Mit Sicherheit läßt sich sagen, dass Halbschwerttechniken besonders gegen geharnischte Gegner effektiv sind. (Mit Würfen und Hebeln kann ein gerüsteter Gegner auch ohne Durchdringung der Rüstung in eine sehr ungünstige Position gebracht werden. Kraftvolle und sehr präzise Stiche können die kleinen verwundbaren Blößen selbst einer Plattenrüstung finden.)

Wir finden aber sowohl bildliche Darstellungen vom Halbschwert ohne Rüstung (z.B. Talhoffer1467: p28, p39), als auch textliche Beschreibungen (z.B. Ringeck1440: 36v). Bei den Darstellungen könnte man argumentieren, es würden Übende dargestellt. Obige Passage 36v läßt jedoch wenig Zweifel daran, dass der Angreifer nicht gerüstet zu sein braucht, da dort der Übergang vom Bloßfechten ins halbe Schwert beschrieben wird. Womöglich werden die Bloßfechtentechniken eingesetzt, um ungerüstet in die nahe Mensur vordringen zu können. Allerdings beschreibt selbst Joachim Meyer noch vereinzelt solche Techniken, wo außer Frage steht, dass die Kontrahenten ungerüstet antreten.

Offene Fragen sind weiterhin:

  • Wurden spezielle Waffen verwendet?
  • Wie kann man mit bloßer Hand sicher greifen? (Siehe besonders Brentschirn.)
  • Existierten etwa bei Turnieren besondere Regeln für das halbe Schwert?

Eine weitere Gruppe von Techniken, die im Kontext des Halbschwertes vorkommen, sind solche, bei denen das Schwert mit beiden Händen an der Klinge gehalten wird. Bekanntester Vertreter ist der Mordstreich (siehe Bild). Wahrscheinlich ist, dass diese Techniken nicht nur wegen ihrer Schlagwirkung, sondern auch wegen der Möglichkeiten, hinter dem Gegner einzufädeln und an ihm zu reissen, ausgeführt wurden (z.B. Talhoffer1467: p47). Bei dieser letzten Gruppe von Techniken fällt die große Ähnlichkeit zu Waffen wie der Mordaxt auf. Wahrscheinlich handelt es sich um direkte Adaptionen.

Ob es sich bei dem Ausdruck gewappnet um ein echtes Synonym handelt, ist ebenfalls unklar. Womöglich wird es auch nur deshalb oft dafür gehalten, weil Halbschwert und gewappneter Kampf sehr oft zusammen auftreten.

Marcel Dorfer meint:

halb schwert: Griffhaltung des Schwertes wie in gewapent stehen beschrieben. Eigener Fechtstil fürs harnischfechten und für kräftige gezielte Stiche.

gewapent stehen, gewapnet hant/hantt/hand: Das lange Schwert als halb schwert führen/greifen. Die rechte Hand am Griff an der Parier-stange, die linke Hand in der Mitte der Schwertklinge (Daumen auf der Seite der Parierstange). Das Schwert wird schräg schützend vor dem Körper gehalten.

André Schulze meint:

Gewaubet, Gewauppet (-ort): Gewappneter (Ort). Eine Hand befindet sich am Griff, die andere etwa an der Klingenmitte, für den Krieg mit guten Hebelmöglichkeiten.

Quellenverweise:


Referenzierende Artikel:

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02.04.2020: Bis auf weiteres jeden Freitag Training per Videokonferenz

Bücher/DVDs

März 2015: Gladiatoria/New Haven von Dierk Hagedorn & Bartlomiej Walczak

Januar 2012: Joachim Meyers Kunst Des Fechtens von Alex Kiermayer

Juli 2010: DVD Langes Schwert Teil 2 von Alex Kiermayer und Hans Heim

Juli 2010: Der Königsegger Codex herausgegeben von André Schulze

Januar 2009: Dierk Hagedorns Transkription und Übersetzung des Peter von Danzig

Mai 2008: Wolfgang Abarts Lebendige Schwertkunst