www.Schwerteln.de : Glossar.Schedelhau Letzte Änderung: August 05, 2008, at 11:30 AM

Schedelhau
Letzte Änderung: August 05, 2008, at 11:30 AM von Elmar

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Die Schwertler meinen:

Der Begriff Schedelhau tritt in den untersuchten Quellen lediglich bei Egenolph und Meyer auf und kann bei Egenolph sicher, bei Meyer mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit als Synonym für den Scheitelhau gelten.

Allein über die Etymologie der beiden Wörter läßt sich dies indes nicht begründen: Eigentlich besitzen Scheitel (=Scheitel, Spitze) und Schedel (=Hirnschale, Schädeldecke) eine getrennte Herkunft und wurden im untersuchten Zeitraum im allgemeinen auch als getrennte Begriffe empfunden. Dass sie im Kontext des Fechtens trotzdem zusammenfallen, läßt sich wohl so erklären, dass beide Bedeutungen ja dieselbe Stelle als Ziel anzeigen.

Bei Egenolph wird unter der Überschrift Schedtelhaw auf 10v einfach der übliche Liechtenauer-Vers zum Scheitelhau angegeben, so dass hier bezüglich der Bedeutung keine Zweifel bestehen.

Bei Meyer hingegen stiften die Tatsachen, dass er auf 11r erstens als Begründung für den Begriff explizit angibt, es wäre ein Hau nach dem Schedel zu und ihn dann zweitens an dieser Stelle unmissverständlich mit dem Oberhau identifiziert, zusätzlich Verwirrung.

Die Untersuchung der gesamten Quelle liefert dann jedoch folgendes zu Tage: Erstens identifiziert Meyer den Scheitel- oder Schedelhau durchgängig (in allen Schreibweisen) mit dem Oberhau, so dass diese Problematik bei näherem Hinsehen unabhängig von der hier behandelten ist (siehe dazu die entsprechenden Glossarartikel). Zweitens existiert bei Meyer überhaupt keine eigenständige Beschreibung eines Scheitelhaus, die ihn von einem postulierten Schedelhau abgrenzen würde. Im Gegenteil beschreibt zum Beispiel 09v unter der Bezeichnung Scheitelhauw genau die Leger, die auch der (meyersche) Schedelhau durchläuft. Insbesondere fehlt ein eigenständiger Scheitelhau auch in der Liste der Haue 10v - 14v.

Betrachtet man dann noch die seltsam anmutenden Mischschreibweisen wie Scheidelhauw (35v) oder Scheidler (44v), die bei Meyer auftreten, endet man fast zwangsläufig bei dem Schluss, dass es sich beim Schedelhau zumindest um ein vollwertiges Synonym handelt. Möglicherweise hat Meyer beide Wörter sogar wirklich nur als abweichende Schreibweisen empfunden.

Marcel Dorfer meint:

kein Eintrag

André Schulze meint:

kein Eintrag

Quellenverweise:

  • Egenolph: 3v (Schedelhaw), 10v (Schedtelhaw)
  • Meyer1570: 11r (Schedelhauw), 35v (Scheidelhauw), 44v (Scheidler)

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