www.Schwerteln.de : Glossar.Wunder Letzte Änderung: January 31, 2008, at 09:01 AM

Wunder (drei)
Letzte Änderung: January 31, 2008, at 09:01 AM von Elmar

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Die Schwertler meinen:

Die feststehende Wendung drei Wunder taucht in mehreren Fechtbüchern jeweils bei Liechtenauers Beschließung der Zedeln auf. Dort wird erklärt, es handle sich um die drei Möglichkeiten, aus den acht Winden (also aus dem Band heraus) jemanden zu verwunden, nämlich den Schnitt, den Hau und den Stich.

Streng genommen zählen zu den drei Wundern also keine Angriffe aus dem Zufechten. Da die Fundstellen aus Quellen des 15. Jhdt. samt und sonders den gleichen Vers Liechtenauers wiedergeben, muss man bei der Extrapolation der Bedeutung außerhalb der festen Wendung Vorsicht walten lassen. Meyer faßt später den Begriff aber allgemeiner und löst ihn damit aus dem Kontext des Windens.

Da der Begriff Wunder in der fraglichen Zeit auch in seiner heute noch gebräuchlichen Bedeutung belegt ist (etwa Meyer1570: 23v), ist nicht auszuschließen, dass es sich um ein absichtliches Wortspiel handelt.

Auch andere Stellen (z.B. Danzig1452: 14v, Ringeck1440: 22rf) beziehen sich auf die Gesamtheit von Stich, Hau und Schnitt aus dem Winden, ohne jedoch explizit von den drei Wundern zu sprechen. Insgesamt kann die Beobachtung, dass im Band immer zwischen diesen drei Möglichkeiten unterschieden werden muss, als ein zentrales taktisches Konzept verstanden werden.

Die logische Beziehung zwischen den drei Angriffen dürfte folgende sein: Erreicht ein Hau den Gegner nicht ganz, so kann der Ort vor dem Gegner in Position gebracht und ein Stich nachgesetzt werden. Ist die Distanz dagegen bereits so gering, dass ein Hau den Gegner nur noch mit der eigenen Stärke (und damit ohne Wucht) trifft, kann er in einen ziehenden oder schiebenden Schnitt verwandelt werden. Weiter wird (z.B. Ringeck1440: 22v) geraten, man solle, wenn einer der Wunder versetzt wird, sofort mit dem nächsten angreifen.

Marcel Dorfer meint:

drei wunder, dry wünder, drey wunder: Dreiheit von hau, schnitt und stich (aus dem band heraus).

André Schulze meint:

kein Eintrag

Quellenverweise:


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