www.Schwerteln.de : Glossar.Pflug Letzte Änderung: February 05, 2008, at 09:01 AM

Pflug
Letzte Änderung: February 05, 2008, at 09:01 AM von Elmar

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Die Schwertler meinen:

Haupthut im System Liechtenauers. Der Pflug ist in gewisser Weise eine Verfeinerung der naiven Grundhut: Wir brechen die Symmetrie und nehmen die Waffe leicht auf eine Seite. Wir wählen dabei bevorzugt die Seite, auf der das Bein hinten ist. Dabei rückt die Waffe näher zu uns, das Kreuz ist jedoch immer noch leicht vor dem Körper. Kein Teil des Gehilzes berührt die Hüfte.

Gegenüber der naiven Grundhut bietet der Pflug den Vorteil, dass man sich hinter seiner Waffe versteckt und sich gleichzeitig eine Angriffslinie schafft. Wechselt man mit einem Schritt zwischen linkem und rechtem Pflug, so bemerkt man, wie man dabei einen Stichangriff quasi automatisch abwehrt:

Der Pflug droht am offensichtlichsten mit einem Stich. Deswegen richten wir den Ort in dieser Hut auch auf das Gesicht des Gegners aus. Bei Peter von Danzig und Joachim Mayer heißt es jeweils, der Schielhau bricht den Pflug.

Bezüglich der Haltung des Schwertes kann man zwei Versionen unterscheiden, die beide belegt sind:

Variante A

Bei Joachim Meyer (und Jörgwilhamms Fechtbuch, Jwh1, Paulus Kal Ms 1391, Sutor, Mair in der Wiener Version, Gothaer Codex) ist stattdessen zu sehen, dass das Schwert normal im Hammergriff gehalten wird. Die lange Schneide zeigt dabei links wie rechts nach unten und schräg nach außen:

Die Parierstange schützt damit bereits die Hände, so dass kein Ausdrehen nach einem Klingenkontakt notwendig ist. In dieser Form stellt der Pflug den Endpunkt eines ins Hängen geschlagenen schrägen Oberhaus dar.

Variante B

Bei Paulus Hector Mair (lat. Version) (außerdem Paulus kal Cgm 1507, Handschrift M I 29, Goliath) ist zu sehen, dass das Schwert im Daumengriff gehalten wird, der Daumen nach außen. Die Klingenebene steht dabei senkrecht. Im linken Pflug zeigt daher die lange Schneide nach oben, weshalb wir diese Variante auch den verkehrten Pflug nennen. (Diese Unterscheidung ist nicht historisch.)

Der verkehrte Pflug zeigt große Ähnlichkeit mit dem Eber im langen Messer. Um die Hände gegen eine Klinge zu schützen, die Richtung der eigenen Stärke rutscht, muss bei dieser Version die Parierstange gedreht werden - im Gegensatz zum Messer, wo dies der Rüstnagel tut. Eines verstürzter Oberhau endet in dieser Variante.

Eingangs gezeigte Fotos zeigen Variante B.

Marcel Dorfer meint:

pflug, pflüg: Eine untere hut bzw. leger, bei der ein Fuß vorgesetzt ist, das gehiltz auf der anderen Seite an der Hüfte gehalten wird und der ort ins Gesicht des Gegners hengen gelassen wird. Wie die Haltung beim Pflügen.

André Schulze meint:

Pflug: Eine Hut. Das Schwert wird ähnlich eines mittelalterlichen Pfluges an der Seite gehalten. Der Ort zeigt in Richtung des Gesichtes des Gegners.

Quellenverweise:


Referenzierende Artikel:

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März 2015: Gladiatoria/New Haven von Dierk Hagedorn & Bartlomiej Walczak

Januar 2012: Joachim Meyers Kunst Des Fechtens von Alex Kiermayer

Juli 2010: DVD Langes Schwert Teil 2 von Alex Kiermayer und Hans Heim

Juli 2010: Der Königsegger Codex herausgegeben von André Schulze

Januar 2009: Dierk Hagedorns Transkription und Übersetzung des Peter von Danzig

Mai 2008: Wolfgang Abarts Lebendige Schwertkunst